Ein neuer Raum öffnet sich.
Noch ist vieles ruhig.
Vielleicht stehen Kisten.
Vielleicht hallen Schritte noch ein wenig nach.
Und doch liegt schon etwas in der Luft.
Ein feines Gefühl von: Hier darf etwas wachsen.
Wie im Frühling,
wenn erste Zweige, zartes Moos und weiche Federn
ihren Platz finden
und sich ganz leise ein gemütliches Nest formt.
Stück für Stück zieht Leben ein.
Ein Teller.
Ein Buch.
Ein vertrauter Gegenstand.
Es sind nicht nur Dinge, die ankommen.
Es sind deine Gedanken.
Deine Gefühle.
Und eine erste Spur von dir.
Licht fällt weich durch die Fenster.
Wände beginnen, eine eigene Wärme zu tragen.
Und mit jedem kleinen Handgriff wird dir der Raum vertrauter.
Auch in meiner Arbeit mit Tusche und Farbe begegnet mir dieses Ankommen.
Ein unberührtes Blatt öffnet sich.
Die erste Spur von Tusche oder Farbe berührt – und wird selbst berührt.
Und aus ersten Spuren wächst ein Ganzes.
Vielleicht ist jetzt ein guter Moment,
deinem Raum etwas zu geben, das ihn wirklich zu deinem macht.
Ein Bild.
Ein Farbklang.
Ein leiser Begleiter.
Und ganz sanft wird aus einem Raum
ein Nest, das zu deinem wird.
(bo)
