Veröffentlicht am

Ein Meer aus Farbe und Tusche

Tusche und rote Farbspuren im Sand am Meer mit Muschel und japanischer Kalligrafie von Barbara Ossberger

Am Meer verändert sich vieles von selbst.

Die Schritte werden langsamer.
Der Blick weiter.
Der Atem ruhiger.
Und plötzlich werden kleine Dinge wieder wichtig.

Linien im Sand.
Muscheln,
deren Perlmutt mich anfunkelt.
Sonnenlicht,
das auf dem Wasser glitzert
und meine Haut wohlig wärmt.

Ich beginne mit meinen Fingern Spuren in den Sand zu ziehen.
Ganz einfache Bewegungen.
Spuren,
die für einen Moment sichtbar bleiben,
bevor sie wie von Zauberhand
in den blauen Wellen des Meeres eintauchen.

Vielleicht berührt mich genau das so sehr:
dieses bewusste Wahrnehmen.
Diese Wärme.
Dieses stille Verbundensein mit der Natur.

Auch in meiner Kunst entstehen viele Linien genau aus solchen Momenten.
Aus Bewegung.
Aus Farbe.
Aus einem Gefühl,
das sich langsam entfalten darf.

Und manchmal wird aus einer Erinnerung an Meer,
Wind und Licht
ein neues Spiel aus Tusche und Farbe.

(bo)