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Eine Spur im Sand

Kanji im Meeressand am Strand als Symbol für Vergänglichkeit und Mono no aware in der Kunst von Barbara Ossberger

Der Sommer schenkt mir Augenblicke, die lange nachklingen.

Am Strand zeichne ich ein Kanji in den Sand.

Es entsteht eine Spur.
Sie ist sichtbar – für einen Moment.

Dann kommt das klare Wasser des Meeres.

Welle für Welle verändert das Bild.
Linien lösen sich auf.
Formen wandeln sich.

Fasziniert schaue ich zu.

Gerade darin berührt mich die Schönheit des Augenblicks.

In Japan gibt es dafür den Gedanken des „Mono no aware“:
das bewusste Erleben dessen, was sich wandelt.

Das Meer nimmt die Spur mit sich.
Der Augenblick bleibt.

Farben, Formen und Erinnerungen bewegen sich weiter.
Wie der Wind über die Dünen.
Wie Licht auf dem Wasser.

Und oft beginnt genau dort eine neue Inspiration.
Eine neue Linie.
Eine neue Spur aus Tusche und Farbe.

(bo)