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Die Kunst des Augenblicks

Kanji Wind auf einer Wasserleinwand als Symbol für Mono no aware und den kreativen Augenblick von Barbara Ossberger

Die Kunst des Augenblicks

Der Wind. Unsichtbar. Spürbar.

Eine ganz besondere Kraft der Natur.

Er bewegt Blüten und Blätter.
Wasser.
Gedanken.

In meinem Atelier schreibe ich das Kanji für „Wind“ auf eine Wasserleinwand.

Ein Übungsweg öffnet sich.

Die Linie erscheint – wie mit Tusche geschrieben.
Für einen Augenblick wirkt sie kraftvoll und lebendig.

Langsam beginnt sie zu verblassen.

Staunend betrachte ich, was geschieht. Stille.

Nicht, weil etwas verloren geht.
Sondern weil ich erleben darf, wie jeder Augenblick seine eigene Schönheit entfaltet.

Auch darin begegnet mir der Gedanke des „Mono no aware“:
das bewusste Wahrnehmen dessen, was sich wandelt.

Die Schrift verblasst. Verschwindet.

Die tiefe Erfahrung bleibt.

Sie begleitet meine Hand.
Sie begleitet meinen Blick.
Sie berührt mein Herz.

Und irgendwann wird aus diesem einen Augenblick ein neues Werk aus Tusche und Farbe.

(bo)

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Eine Spur im Sand

Kanji im Meeressand am Strand als Symbol für Vergänglichkeit und Mono no aware in der Kunst von Barbara Ossberger

Der Sommer schenkt mir Augenblicke, die lange nachklingen.

Am Strand zeichne ich ein Kanji in den Sand.

Es entsteht eine Spur.
Sie ist sichtbar – für einen Moment.

Dann kommt das klare Wasser des Meeres.

Welle für Welle verändert das Bild.
Linien lösen sich auf.
Formen wandeln sich.

Fasziniert schaue ich zu.

Gerade darin berührt mich die Schönheit des Augenblicks.

In Japan gibt es dafür den Gedanken des „Mono no aware“:
das bewusste Erleben dessen, was sich wandelt.

Das Meer nimmt die Spur mit sich.
Der Augenblick bleibt.

Farben, Formen und Erinnerungen bewegen sich weiter.
Wie der Wind über die Dünen.
Wie Licht auf dem Wasser.

Und oft beginnt genau dort eine neue Inspiration.
Eine neue Linie.
Eine neue Spur aus Tusche und Farbe.

(bo)

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Ein Augenblick voller Sommer

Blüte im warmen Sommerlicht als Symbol für Vergänglichkeit und Schönheit in der Kunst von Barbara Ossberger

Der Frühsommer erinnert mich daran, wie kostbar ein einzelner Augenblick sein kann.

Eine Blüte öffnet sich.
Licht fällt durch die Blätter.
Ein warmer Wind bewegt das Gras.

Nichts davon bleibt.

Gerade darin liegt für mich eine besondere Schönheit.

In Japan gibt es dafür den Gedanken des „Mono no aware“:
die stille Berührung durch die Vergänglichkeit aller Dinge.

Ein Kolibri taucht für einen Moment zwischen Blüten auf —
leicht wie ein Atemzug.

Ein kurzer Anblick.
Und doch bleibt etwas Besonderes zurück.
Ich bin berührt.

Genau dieses bewusste Wahrnehmen begleitet mich auch in meiner Kunst.
Farben, Formen und Spuren erzählen von Augenblicken, die sich nicht festhalten lassen und dennoch nachklingen.

Der Sommer beginnt.
Und mit ihm die Einladung, das Schöne zu entdecken, solange es da ist.

(bo)